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Kurzrezensionen

„Selbst substanzlose Gedanken brauchen einen Stützpunkt; auch sie ertragen nicht das Nichts.“

Stefan Zweig, Schachnovelle, Hamburger Lesehefte Verlag 2013.

Es geht um psychische Folter. Monatelang ist Dr. B. von der Gestapo in ein Zimmer gesperrt, ohne jede Möglichkeit der Ablenkung. Imaginäre Schachspiele retten ihm den Verstand. Oder letztendlich doch nicht? Die Frage bleibt unbeantwortet.

Auch den Autor Stefan Zweig machte der Nationalsozialismus krank. Dafür bedurfte es keiner Folter, es genügten Zweig die allgemeinen Verbrechen des deutschen Faschismus. Sie trieben ihn 1942 in den Selbstmord. Vorher schrieb er diese Novelle, die Aktualität besitzt angesichts der gestiegenen Bereitschaft zum Autoritarismus.        

Obiges Zitat auf Position 451 (E-Book).