Michiko Aoyama, Frau Komachi empfiehlt ein Buch, Rowohlt 2023.
Fünf eigenständige Geschichten über fünf Tokioer im Alter zwischen 21 und 65 Jahren, die allesamt ein unspektakuläres und angepasstes Leben führen, aber gerade einen biographischen Bruch erleben (Rente, Arbeitslosigkeit, berufliche Herausforderungen und Veränderungswünsche). Gemeinsam ist allen fünf Protagonisten ebenfalls, dass sie von der Bibliothekarin Frau Komachi ein Buch empfohlen bekommen, das ihr Leben positiv verändert.
Die Autorin lässt ihre Figuren mit alten Gewohnheiten und Einstellungen brechen, dabei werden gesellschaftliche Verhältnisse als ein möglicher Hemmschuh für persönliche Entwicklung nicht thematisiert. Aus emanzipatorischer Sicht fehlt somit etwas. Aber der Lesegenuss ist gegeben, denn die Texte berühren mit Humanismus – und ohne dem ist alle Emanzipation nichts.
Obiges Zitat auf Seite 153.
