Aldous Huxley, Schöne neue Welt, Fischer 66-1980 (erstmals1932).
Ein fiktiver Weltstaat zeigt mit den Leitbegriffen „Kollektivität, Identität, Stabilität“ seinen totalitären Charakter. Damit scheint für den Leser „das Böse“ sofort geklärt. Aber so einfach macht es der Autor nicht, denn der Weltstaat garantiert für alle Menschen die warengesellschaftlich geprägten Vorstellungen von Glück (Konsum, freudvolle Zerstreuung), und darüber hinaus wissen sich die Ideologen des Weltstaats klug zu verteidigen. Das macht es für die antitotalitären Gegner nicht einfach, das bessere Argument zu finden; der Autor nennt nicht alles, was totalitäre Herrschaft abstraft, was daran liegen mag, dass ein erschöpfendes Wissen über alle „Elemente totalitärer Herrschaft“ (Hannah Arendt) zum Zeitpunkt der Romanentstehung noch nicht etabliert war.

