John Dos Passos, Manhattan Transfer, Rowohlt 2-2019 (erstmals 1925).
Großstadtroman. Der Autor macht das Manhattan der 1890er bis 1920er Jahre zum Subjekt und seine sechs Haupt- und zahlreichen Nebenfiguren zum Objekt des Geschehens: Die drückenden gesellschaftlichen Verhältnisse der Megacity prägen die Verhaltensweisen der Menschen.
Es gibt verschiedene Handlungsstränge, oft miteinander verwebt. Alle Figuren schlagen sich irgendwie durch, einen belastbaren Lebensentwurf können sie kaum entwickeln. Scheitern ist üblich, unglücklich sein Programm. Nur der Zeitungsredakteur Jimmy Herf kann an den gesammelten Widersprüchen „wachsen“ und verlässt gut gelaunt New York. Ist das Manhattan dieser Zeit gemeint, wenn die Trumpisten von „Make America great again“ sprechen?

