Thomas Mann, Der Zauberberg, e-artnow 2025 (erstmals 1924).
„Das wichtigste Buch der Welt“, lobt Markus Gasser. B. Brecht zu Mann: „Lohnschreiber der Bourgeosie“. 1137 Seiten.
Der 23-jährige Hamburger Ingenieur Hans Castorp fährt 1907 in die Schweiz, um seinen Vetter in der Kur zu besuchen. Castor wird selbst zum Patienten und bleibt sieben Jahre! Die Kuranten und Klinikangehörige begegnen sich i.d.R. umständlich, geradezu etepetete – ganz der zeitgenössischen Umgangsformen des Großbürgertums. Diskutiert werden langatmig und selten originell eine Vielzahl von v.a. philosophischen Themen. Dabei agiert der Autor gern mit Schachtelsätzen, die Nichtigkeiten breit treten; selbiges würgt die Fantasie eines bestimmten Lesertypus eher ab, als dass sie die Vorstellungskraft befördern. Wie viel heutigen Lesern kann so ein Stil auf den Geist gehen?
Obiges Zitat ist meine atheistische Umschreibung der Äußerung des jesuitischen Gelehrten Naphta auf Seite 636: „Eine theoretische Erkenntnis, die des praktischen Bezuges auf die Heilsidee des Menschen entbehrt, ist dermaßen uninteressant, daß jeder Wahrheitswert ihr abzusprechen und ihre Nichtzulassung geboten ist.“

