Thomas Mann, Tod in Venedig, Jazzybee Verlag 2026 (erstmals 1912).
Der erfolgreiche, ältere Schriftsteller Aschenbach fährt in den Urlaub nach Venedig und verliebt sich dort in einen Knaben. Lebte Aschenbach bisher ganz im protestantischen Arbeits- und Verhaltensethos der warenproduzierenden Moderne, so erfährt er sich nun gefangen in einem neurotischen und zuweilen psychotischen Liebeswahn. Aschenbach versucht zwar „seine Würde zu bewahren“ (Seite 50), aber er „war zur Selbstkritik nicht mehr fähig“ (42). Aschenbach stirbt noch in Venedig an der Cholera; Blüte und Verfall des Lebens sind in mehrfacher Hinsicht Thema der Novelle. / Darf ein älterer Mensch leidenschaftliche Gefühle gegenüber einem sehr jungen Menschen leben oder ist selbiges zwingend verwerflich und macht er sich dabei in jedem Fall zum Affen?
Obiges Zitat auf Seite 10.

