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Der Wille zur Todlosigkeit

Elias Canetti, Das Buch gegen den Tod, Fischer 2014.

Elias Canetti, Das Buch gegen den Tod, Fischer 2014.

Wirkt es lebensverlängernd, wenn man den Tod nicht akzeptiert? Auf diesen Gedanken kann man kommen, da Canetti, der den Tod zu seinem Todfeind erklärte, 89 Jahre alt wurde. Das Buch beinhaltet Aphorismen zum Tod, geschrieben 1942 bis 1994, hrsg. post mortem. „Man klagt über die Toten. Wir sehr müsste man erst klagen über die, die noch sterben müssen“ (S.34, 1943). „Tot ist man nicht einmal mehr allein“ (S. 180, 1979). Wer Aphorismen als Wichtigtuerei ablehnt (da sie nicht der allgemein als einzig lautere wissenschaftliche Methode anerkannten aristotelisch-positivistischen Logik verpflichtet sind), wird seine Sicht nach diesem Buch möglicherweise korrigieren. Viele Gedanken, die Canetti zu seinem Lebensthema Tod äußert, scheinen einzigartig zu sein.

Heißt Leben auch immanent Leben in der Matrix der Angst vor dem Tod?