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Klassiker läßt kalt

Gabriel Garcia Marquez, Hundert Jahre Einsamkeit, Kiepenheuer & Witsch 2020 (erstmals 1967).

Der inflationäre Gebrauch von Metaphern würgt die Fantasie des Lesers schnell ab. Somit wird auch die Identifikation mit den Protagonisten erschwert; deren Namensähnlichkeit macht die Lektüre noch mühseliger. Das 2020 neu übersetzte Opus Magnum des Literaturnobelpreisträgers Gabriel Garcia Marquez erzählt den Aufstieg und Niedergang der Familie Buendia in einem fiktiven Dorf Kolumbiens; oft wurde das Werk als gelungene Anlehnung an die südamerikanische Geschichte von Kolonialismus, Imperialismus und Befreiung mit sodann gescheiterter nachholender Modernisierung interpretiert ­­­­­- kann sein, kann auch nicht sein; emotional kann es einen Leser, der gerne selber denkt, nicht berühren.

Stammbaum der Familie Buendia (Urheberrecht: Wikipedia); sechs Generationen erleben Gründung, Blüte und Zerstörung des Dorfes Macondo. Die Handlung gilt vielen Literaturwissenschaftlern als eine Allegorie auf die Geschichte Lateinamerkas.