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In der Hölle

Harald Gilbers, Germania, Knaur 2013.

Harald Gilbers, Germania, Knaur 2013.

Das empathische Nachwort des Autors lässt in dem Roman mehr Tiefe vermuten, als sie der Leser bei der Lektüre erfahren hat. Aber auch wenn auffällige Dialoge oder literarische Erzählstränge kaum zu finden sind, liest man gern, wenn einem der dystopische Hintergrund reizt: Berlin 1944, zerbombt, Nazis und Widerständler. Der jüdische Ex-Kommissar Richard Oppenheimer wird von der Gestapo reaktiviert, um einen Serienmörder zu finden. Eins der Probleme: Findet er den Mörder, beschleunigt das seine Endlichkeit, das KZ wartet auf ihn. – Selten wird Atmosphäre aufgebaut, die Charaktere werden nicht gut gezeigt, der Spannungsbogen beginnt spät. Man kann den Wälzer ohne große Konzentration runterlesen – das passt, wenn einem gerade alles zu viel ist und/oder man Komplexität nicht gebrauchen kann.